MagazinExtensive Landwirtschaft ist Garant für Artenvielfalt und muss für...

Extensive Landwirtschaft ist Garant für Artenvielfalt und muss für Artenschutz ausgeweitet werden / Bergwaldprojekt-Freiwillige unterstützen Pflege von Offenland-Biotopen im Knüll

-

Neukirchen (Knüll) / Würzburg (ots) –

Industrielle Landwirtschaft in leergeräumten Landschaften ist der Tod der Artenvielfalt. Nur im Verbund mit landwirtschaftlicher Nutzung wie Mahd und Beweidung lassen sich traditionelle Kulturlandschaften und Biodiversität intelligent bewahren. Vom 24. Juli bis 6. August sind daher in Kooperation mit HessenForst Freiwillige des Bergwaldprojekts erneut im Einsatz im Knüllgebirge beim Forstamt Neukirchen. Knapp 40 freiwillige Teilnehmer*innen aus ganz Deutschland werden in dieser Zeit mit vorwiegend Mäharbeiten artenreiche Offenland-Biotope pflegen und sich um deren Erhalt kümmern.

Kleinteilige, strukturreiche Landwirtschaftsflächen mit natürlichen Begrenzungen wie Hecken und Steinwälle und extensiv genutzten Blühstreifen bieten Schutz und Nahrung für Insekten, Vögel und Kleinsäuger. Zusammen sind sie ein Garant für die Artenvielfalt und stellen einen Biotopverbund dar, der wiederum für Biodiversität und für den genetischen Austausch zwischen verschiedenen Populationen eine wichtige Grundlage bietet. Konventionelle und auf Ertragsmaximierung ausgerichtete Landwirtschaft fördert dagegen leergeräumte Landschaften und beschleunigt das Artensterben. „Wir brauchen dringend eine Ausweitung der Biolandwirtschaft, die mit ihrem Strukturreichtum die Artenvielfalt begünstigt“, fordert Henning Aulich, Offenlandexperte und Projektleiter des Vereins Bergwaldprojekt.

Offenlandbiotope sind Seltenheit

Der Vorrang konventioneller Landwirtschaft hat Offenlandbiotope wie Heideflächen und Magerrasen, die Lebensraum seltener Tier- und Pflanzenarten sind, zu einer raren Kulturlandschaft werden lassen. Gerade Bodenbrüter wie das Rebhuhn und die Feldlerche sowie Kleinsäuger wie Feldhamster und Feldhase sind die Verlierer dieser Intensiv-Landwirtschaft. Solange die konventionelle Landwirtschaft noch vorherrschend ist, ist für Aulich ganz klar: „Vorhandene, offene und extensiv bewirtschafte Flächen müssen geschützt werden und im Verbund mit einem Beweidungsmanagement erhalten und vor der natürlichen Sukzession (Bewaldung) bewahrt werden.“

Landschaftspflegearbeiten müssen kleinbäuerliche Strukturen ersetzen

Die Freiwilligen im Knüll werden in ihren beiden Einsatzwochen unter Aulichs Leitung und unter der Regie von Revierleiter Martin Bartsch-Stucke vom Forstamt Neukirchen Streuobstwiesen, Magerrasen, Heideflächen und einen ehemaligen Hutewald pflegen. Die Entnahme von Gehölzbewuchs (Schlehe), die Handmahd von Wiesen und das Offenhalten von Beweidungswegen ergänzen und ermöglichen die Beweidung der Flächen durch Schafe und Tarpane (Wildpferde).

Die einst kleinbäuerlichen Strukturen, welche die Kulturlandschaft im Knüll einst entstehen ließen und verschwunden sind, werden nun durch landschaftspflegerische Maßnahmen ersetzt. Die Übernahme der Arbeiten durch Freiwillige stellt dabei klar, dass Arbeiten zur Sicherung und Förderung der Artenvielfalt und Biodiversität die ganze Gesellschaft angehen.

Bergwaldprojekt e.V.

Das Bergwaldprojekt mit Sitz in Würzburg organisiert deutschlandweit Freiwilligen-Einsätze. Im aktuellen Jahr werden ca. 4.000 Menschen in über 160 Projektwochen an mehr als 80 Einsatzorten aktiv. Schwerpunkte der Arbeiten sind neben Biotop- und Artenschutzarbeiten auch Waldumbau und -pflege sowie Moorrenaturierungen.

Ziele der Arbeitseinsätze sind der Schutz und die Wiederherstellung der Ökosysteme, den Freiwilligen die Bedeutung und die Gefährdung unserer natürlichen Lebensgrundlagen bewusst zu machen und eine breite Öffentlichkeit zu einem naturverträglichen Umgang mit den natürlichen Ressourcen zu bewegen. Der Verein finanziert sich größtenteils aus Spenden.

Pressekontakt:
Peter Naumann
Pressesprecher Bergwaldprojekt e.V.
E-Mail: [email protected]
Telefon: 0831 – 512 76 35Pressekontakt vor Ort
Martin Bartsch-Stucke
Forstamt Neukirchen, HessenForst
Telefon: 06691- 80 69 576
E-Mail: [email protected]
Original-Content von: Bergwaldprojekt e.V., übermittelt durch news aktuell
Quelle: ots

Claudia Hoffmann
Claudia Hoffmannhttps://gruenspar.de
Ich probiere gerne immer wieder neue Sachen aus und seit etwas längerer Zeit beschäftige ich mich auch immer mehr mit dem Thema „grüner“ Leben. Ich versuche so gut es geht Ressourcen zu sparen, liebe umweltbewusste Optionen, Naturprodukte und wenn ich obendrauf auch noch Geld sparen kann, ist es optimal. Ich finde es sehr wichtig, dass jeder seinen Beitrag zur Umwelt leistet und ich finde heutzutage gibt es so viele Optionen der Umsetzung. Jeder Schritt, egal wie groß oder klein er ist, kann dazu beitragen!

Neueste Beiträge

Rentenbank: Neugeschäft mit Programmkrediten im ersten Halbjahr 2022 kräftig gestiegen

Frankfurt am Main (ots) - Im ersten Halbjahr 2022 verzeichnete die Landwirtschaftliche Rentenbank eine deutlich stärkere Nachfrage nach ihren...

Marc Cain hat sein Ziel von 50% nachhaltigerer Baumwolle für 2023 bereits erreicht

Bodelshausen (ots) - Neben vielen anderen Aspekten beinhaltet die Marc Cain Materialstrategie, Baumwolle bis 2023 aus 50% nachhaltigeren Quellen...

„Wir heizen buchstäblich zum Fenster raus“ / 8 Fragen an Dr. Burkard Schulze Darup

München (ots) - Der renommierte Architekt und Experte für nachhaltiges, energieeffizientes Bauen fordert verstärkte Investitionen, um die kostbare Abwärme-Energie...

Einladung zum Kongress / Der Kongress Stadt.Klima.Baum am 7. und 8. September 2022

Berlin (ots) - Unter dem Titel "Stadt.Klima.Baum" lädt der Bund deutscher Baumschulen e.V. am 7. und 8. September 2022...
- Anzeige -

Südtirol veranstaltet „Sustainability Days“: Neue internationale Plattform für die Regionen der Zukunft

Bozen (ots) - Unter dem Motto "Sustainability Days" präsentiert sich die Provinz Südtirol vom 6. bis zum 9. September...

Erster Standort der Wertgarantie Group klimaneutral | Nachhaltigkeits- und Erfolgsbonussystem für Mitarbeitende

Hannover (ots) - Der Klimawandel ist wohl die größte Herausforderung unserer Zeit. Die Folgen der stetigen Erderwärmung sind massiv...
- Anzeige -

Was Ihnen sonst noch gefallen könnteVerwandt
Vorschläge der Redaktion