Pappe ist das neue Plastik

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Ratingen (ots) –

39,7 Kilogramm. Laut Statista ist das die Menge an Plastikverpackungen, die jeder Deutsche pro Jahr wegwirft. Hochgerechnet auf rund 80 Millionen Deutsche liegt auf der Hand, warum das Thema Plastik eine riesige Bedeutung für den Schutz der Umwelt hat. Der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) hat das Thema nicht nur erkannt – er reagiert ab 2023 auch konsequent darauf, indem er weitestgehend auf Plastik verzichtet. Sowohl bei den Feuerwerksprodukten als auch bei deren Verpackungen.

Hand aufs Herz. Wohl kein Tag vergeht, an dem wir nicht Nahrungsmittel, Büromaterial oder Spielzeug aus Plastikverpackungen pulen. Der Coffee to Go hat einen Plastikdeckel. Praktisch alles, was wir im Badezimmer oder zum Putzen nutzten, ist in Plastik verpackt – und nicht selten schmeißen wir jeden zweiten Tag eine Tüte Plastikmüll in die Tonne.

Sieht man nur seinen Müll, verliert man das Gesamtaufkommen schnell aus den Augen. Von 5,4 Millionen Tonnen pro Jahr spricht der Naturschutzbund Deutschland allein für 2019 und stützt sich dabei auf Zahlen der Conversio-Studie „Stoffstrombild Kunststoffe 2019“. Zu den 5,4 Millionen Tonnen der gewerblichen und privaten Verbraucher kommt noch die Industrie mit weiteren 0,9 Millionen Tonnen. Doch nicht nur die Masse gibt zu denken, das eigentliche Übel ist der Faktor Zeit: 10 bis 20 Jahre – so lange braucht eine Plastiktüte, bis sie im Meer zersetzt ist. Eine PET-Flasche braucht sogar 450 Jahre! „Wenn es um Plastik geht, läuft uns die Zeit davon, es ist Zeit für Taten“, sagt VPI-Vorsitzender Thomas Schreiber.

Ökologische Produktreihen setzen neue Maßstäbe

Die Plastikverpackungsabfälle haben sich in den letzten 20 Jahren mehr als verdoppelt, berichtet die Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM). Plastik in den Verbrennungsöfen, Plastik in den Weltmeeren: „Wir sehen uns mit unseren Unternehmen in der Verantwortung, einen Beitrag zu mehr Umweltfreundlichkeit zu leisten“, sagt Richard Eickel, VPI-Mitglied und Geschäftsführer der Firma COMET. Wie der aussehen könnte? Die Antwort: Sie wird deutlich „grüner“. Ein Beispiel von vielen ist die Produktlinie der Firma NICO. Die „Green Line“. „Unsere ‚grüne‘ Produktreihe ist umweltfreundlicher, klimaneutral und komplett plastikfrei“, so NICO-Geschäftsführer Michael Kandler. „Damit beweisen wir, dass Umweltbewusstsein und Unterhaltung sich nicht ausschließen müssen“, so Kandler. WECO, Europas Marktführer für den privaten Silvesterspaß, gibt sich nicht damit zufrieden, dass schon heute 90 Prozent eines Feuerwerkskörpers nur aus Altpapier und Holz bestehen.

Das Unternehmen hat auch erfolgreich nach biologisch abbaubaren Materialen gesucht, um die bisherigen Plastik-Raketenspitzen, Plastik-Zündschnurabdeckungen und Standfüße zu ersetzen. „Ab 2023 wird der Plastikanteil radikal sinken“, so Schreiber.

Die Bemühungen reichen bereits Jahre zurück, nun werden sie intensiviert. Schon heute verzichtet die Branche bei deutschen Produkten auf PVC-Verpackungen und ersetzt sie durch Papp-Faltschachteln. Heulerbatterien mit Pfeifen aus Plastik sind schon Schnee von gestern. „Ziel ist es, Kunststoff vollständig in unseren Produkten zu ersetzen – alle Produkte sollen biologisch abbaubar werden“, so Schreiber. Richard Eickel: „Wir denken sortimentsübergreifend. Mittelfristig werden wir unsere gesamte Produktpalette plastikärmer und umweltfreundlicher gestalten.“

Schon in der Vergangenheit konnten die Hersteller und Pyrotechniker Erfolge im Zeichen der Umweltverträglichkeit verbuchen: So bestehen bestimmte Feuerwerkskörper seit Jahren zu 100 Prozent aus wiederverwertbarem Material. „Wir ersetzen Plastik gegen umweltfreundlichere Materialien“, sagt Michael Kandler. „Aber es ist auch wichtig, dass die Verbraucher:innen umweltschonend mit Papp-Verpackungen umgehen und zum Recyclen die entsprechenden Container nutzen.“

Pressekontakt:
Klaus Gotzen
Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI)
An der Pönt 48, 40885 Ratingen
Telefon: 02102 / 186 200, E-Mail: [email protected]
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Quelle: ots