Weichenstellung für Maritimes Plastikmüll Recycling / Der SeeElefant von one earth-one ocean erhält wichtiges Zertifikat

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München/Kiel (ots) –

Die international führende Klassifikationsgesellschaft Bureau Veritas Marine & Offshore (BV) mit Hauptsitz in Paris hat dem geplanten Müllrecycling-Schiff „SeeElefant“ von one earth-one ocean (oeoo) nach eingehender Prüfung am 8. November 2023 das Zertifikat „Approval in Principle“ erteilt. Damit wird bestätigt, dass die geprüften Unterlagen den Regeln der Klassifikationsgesellschaft entsprechen und die Bedingungen für Intakt- und Leckstabilität des 180m-Bulkers im Transit Mode, also im Schiffsbetrieb, vollumfänglich erfüllt sind.

Rolf Stiefel, Zentraleuropa-Chef von BV erläutert: „Der SeeElefant hat das Potential, substantiell zur Beseitigung des Plastikmülls an Küsten und Stränden beizutragen. Wir freuen uns, als Klassifikationsgesellschaft von Anfang an in dieses richtungweisende Projekt eingebunden zu sein“.

„Auch die NSB Niederelbe Schiffahrtsgesellschaft mbH & Co. KG aus Buxtehude ist als Reeder sprichwörtlich mit im Boot bei diesem weltweit einzigartigen Nachhaltigkeitsprojekt“, versichert deren CCO Markus Thewes.

Bereits im Frühjahr konnte das Entwicklungsteam um oeoo-Vorstand Günther Bonin das sogenannte „Initial Design“ von Bulk Carrier, automatischer Plastik-Sortieranlage und Waste to Energy-Anlage präsentieren. Mit einer Verarbeitungskapazität von täglich 200 Tonnen Plastikmüll aus Gewässern und von Haushalten ist der SeeElefant ein Pilotsystem, das aufgrund seiner einfachen Skalierbarkeit und Mobilität perfekt in den Küstengewässern vor Metropolregionen arbeiten kann, um regional der weltweiten Plastikflut wirksam entgegenzutreten.

Nachdem die prinzipiellen Lösungen für die Schiffs- und Anlagentechnik vorliegen, wird nun im nächsten Schritt die Gesamtfinanzierung über 50 Mio. EUR für das erste Recyclingschiff aufgebaut. Zusammen mit einer erfahrenen Beratungsgesellschaft wird eine Finanzierung aus Fördermitteln des „Green Deals“/European Innovation Funds und maßgeschneiderten Darlehen europäischer Förderbanken angestrebt. Weitere Mittel aus dem Deutschen Werftensubventionsprogramm „Innovativer Schiffbau sichert Arbeitsplätze“ können eingebunden werden.

„Wir haben bereits heute sehr positive Signale seitens der möglichen Finanzierer und sind optimistisch, im April 2024 mit dem Einreichen der EU-Förderanträge den nächsten Meilenstein zu erreichen“, freut sich Projektleiter Dr. Harald Frank. „Sollte der Zeitplan so umgesetzt werden, wird der SeeElefant 2026 zur Ersterprobung auslaufen“.

„Wir denken bereits heute an eine Skalierung der SeeElefant-Systeme, um einen wirksamen Beitrag zur Reduzierung der Plastikvermüllung und der Stärkung des Recyclings zu leisten“, sagt oeoo-Gründer Günther Bonin. Und er ergänzt: „Das erfordert weitere technische und finanzierende Partner insbesondere aus der Industrie, die dieses Projekt gemeinsam mit uns weiter nach vorne treiben wollen.“

Über one earth – one ocean e. V. (oeoo)

Die gemeinnützige Umweltorganisation one earth – one ocean e.V.(oeoo) mit Sitz in München und Büros in Kiel, Battambang/Kambodscha, Manila/Philippinen und Rio/Brasilien verfolgt bereits seit 2011 das Ziel, Gewässer weltweit von Plastikmüll zu befreien. Das mehrstufige Konzept der „Maritimen Müllentsorgung“ zur Beseitigung küstennaher Meeresverschmutzung durch Plastikmüll sieht vor – ergänzend zur Prozessierung landseitiger Kunststoffabfälle – das Plastik mit einer Flotte von speziellen Müllsammelschiffen aus Gewässern weltweit einzusammeln und anschließend auf Recyclingschiffen wie dem SeeElefant wiederzuverwerten. Projekte zur Beseitigung von Plastikmüll aus Gewässern laufen derzeit in Kambodscha, Brasilien, Indonesien, den Philippinen, Uganda und Ägypten. Zum Einsatz kommen hierbei speziell konzipierte Müllsammelschiffe namens SeeHamster und SeeKuh. Ab 2026 soll mit dem ersten „SeeElefant“, einem umgebauten Mehrzweckfrachter, der Anlagen zum Sortieren, Zerkleinern, Verarbeiten und Pressen von Meeresmüll an Bord haben wird, das erste Pilotsystem eines Müllverwertungsschiffs umgesetzt sein. Sobald industrietaugliche Plastics-to-fuel-Anlagen verfügbar sind, soll Plastik direkt an Bord auch zu schwefelfreiem Öl rückverwandelt werden. Zudem engagiert sich der Verein national und international in der Erforschung von Mikroplastik sowie der Bildungs-, Aufklärungsarbeit und Dokumentation zum Thema Marine Littering. Bereits 2013 wurde oeoo für das Konzept der Maritimen Müllabfuhr mit dem renommierten GreenTec Award, Europas größtem Umwelt- und Wirtschaftspreis, ausgezeichnet. 2019 erhielt der Verein für sein Konzept des Müllverwertungsschiffs SeeElefant den Bundespreis ecodesign vom Bundesumweltministerium. Weitere Informationen zu oeoo und seinen aktuellen Projekten erhalten Sie unter www.oeoo.world.

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Quelle: ots