Formel 1 und Nachhaltigkeit: Das sind die Nachhaltigkeits-Initiativen der Formel 1

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Die Formel 1, beliebteste und renommierteste Motosportklasse der Welt, gilt nicht gerade als umweltfreundlich. Der Tross der Teams reist während der Saison kreuz und quer durch die ganze Welt, um dort mit hochtechnologisierten Autos Abgase auszustoßen, Benzin zu verbrennen und Autoteile zu verschleißen. Jedoch möchte die Autosportklasse zukünftig nachhaltiger und umweltfreundlicher werden.

Formel 1-Rennfahrer Sebastian Vettel verkündete  im Vorfeld der Bundestagswahl, die Grünen wählen zu wollen und rührte die Werbetonne für die Partei um Spitzenkandidatin Annalena Baerbock. Aus den Reihen der Formel 1-Fans, für welche schnelle und laute Autos naturgemäß eine wichtige Rolle spielen, erntete der gebürtige Heppenheimer, der inzwischen in der Schweiz lebt, viel Kritik. Auch Klimaaktivistinnen und Aktivisten äußerten sich skeptisch und kritisierten eine Doppelmoral des viermaligen Formel 1-Weltmeisters. 

Doch nicht nur Vettel spricht sich für ein Umdenken aus.  Auch die Verantwortlichen der Motorsportklasse planen inzwischen einen nachhaltigeren Rennsport in der Formel 1. 

Bis 2025 nachhaltig werden

Viele Rennsportfans freuen sich auf einen spannenden Titelkampf in der Formel 1-Saison 2022. Die Sportwetten-Anbieter vermuten insbesondere Lewis Hamilton und Titelverteidiger Max Verstappen erneut als Top-Favoriten auf den Gesamtsieg der Fahrerwertung. Doch auch diese beiden werden, wie der gesamte Formel 1-Zirkus, einen überdurchschnittlich hohen Beitrag zur Umweltzerstörung beitragen. Doch damit soll jedoch bereits in drei Jahren Schluss sein. Bis 2025 möchte die Rennsportklasse nämlich nachhaltig werden.

Insbesondere das drumherum muss sich nach Meinung von Expertinnen und Experten dafür verändern. Über 99 Prozent des CO2-Ausstosses wird nämlich nicht bei den Rennen selber produziert, sondern der Großteil bei An- und Abreisen der Teams und Presse sowie weiterer logistischer Abläufe. Diesen möchte man eindämmen, indem man einen Großteil der TV-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem englischen Kent arbeiten lässt. Zudem sollen Frachtwege zukünftig seltener mit dem Flugzeug, sondern vermehrt mit LKW oder Schiff zurückgelegt werden und der Terminkalender abgespeckt sowie umstrukturiert werden, um lange Reisen einzudämmen. 

Auch mögliche Änderungen, welche das Material betreffen, sind denkbar. Beispielsweise könnte das Reglement die Nutzung der Reifen weiter verschärfen und weniger Wechsel pro Saison zulassen. Auch der Austausch von Motoren und anderen technischen Gegenständen könnte eingedämmt werden.

Umweltfreundliches Rennwochenende

Fünf Jahre später möchte die Formel 1 sogar klimaneutral sein. Ein Weg dahin bildet auch ein nachhaltiger Treibstoff. Doch nicht nur die Fahrer und Teams werden sich auf strikte Regularien einstellen müssen, sondern auch die Besucherinnen und Besucher des Events. Die Müllproduktion durch Fans soll nämlich zukünftig massiv eingeschränkt werden. Daher werden bereits bei einigen Rennen nur noch auffüllbare Getränkeflaschen an der Strecke zugelassen. 

Liam Parker, Sprecher der Formel 1 äußerte sich zu den Ideen: “ Die Rennveranstalter machen es den Menschen einfach, die Entscheidungen zu treffen, mit den Wasserflaschen-, den Fahrrad- oder Park’n’Ride-Angeboten”. Bereits jetzt kämen viele Fans statt mit dem Auto per Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmittel an die Rennstrecke. Andere Rennstrecken wie in Bahrain würden zudem an Solar-Energiequellen arbeiten, um die Energie umweltfreundlicher zu produzieren.

Ob sich die Ideen der Formel 1-Bosse umsetzen lassen, wird sich zeigen. Kritische Stimmen vermuten hinter dem Plan lediglich einen Versuch, das Image und die Attraktivität bei den Fans zurückzugewinnen. Es liegt an ihnen, gegenteiliges zu beweisen.