Wenn Lenkdrachen Energie erzeugen …/ Startup für innovative Windenergienutzung nutzt Ecospeed-Software zur Erfassung des Carbon Footprint

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Brühl/Zürich (ots) –

Das niederländische Startup Kitepower hat einen Lenkdrachen in XXL-Größe entwickelt, der Strom für rund 100 Haushalte erzeugen kann – mit sehr viel weniger baulichem und konstruktivem Aufwand als eine konventionelle Windenergieanlage und auch mit sehr viel geringerem CO2-Fußabdruck. Nachweisen und dokumentieren lässt sich das mit der Ecospeed-Software zur Ermittlung des „Product Carbon Footprint“.

Ein Turm, eine Gondel, drei Rotoren: Das ist das grundlegende und vieltausendfach genutzte Konzept einer Windenergieanlage. Ein niederländisches Startup hat eine ganz andere Art der Stromerzeugung per Windkraft entwickelt. Dass einer der beiden Gründer begeisterter Kitesurfer ist, gibt ebenso einen Hinweis auf das neue Konzept wie der Unternehmensname „Kitepower“.

Die Idee: An einer Bodenstation, die in einem 20″-Container untergebracht ist, wird über ein steuerbares Seil ein rund 60 m2 großer Lenkdrachen befestigt. Er wird so gelenkt, dass er in acht schleifenförmigen Bewegungen bis an den Endpunkt der Seilauslenkung gelangt. Dort angekommen, wird er von einer Winde eingeholt und wieder schleifenörmig zum Gipfelpunkt geführt. Dieser Bewegungsablauf dauert etwa 100 Sekunden, und für das Einholen benötigt der Motor/ Generator etwa 20% der erzeugten Energie. Der Hauptanteil von 80% kann als Strom ins Netz gespeist oder vor Ort verbraucht werden.

Auf diese Weise erzeugt ein einziger Falcon-Kite pro Jahr rund 450 MWh Energie. Das reicht für ca. hundert Haushalte, rund um die Uhr – mit minimalem Platzbedarf, Materialeinsatz und Serviceaufwand.

Da das Konzept für dünn besiedelte Insel- und Küstenlagen entwickelt wurde, wo häufig Wind weht, ist die ressourenschonende Energieversorgung sichergestellt. Und sie bietet weitere Vorteile. Johannes Peschel, einer der beiden Gründer: „Eine Kite-Anlage ist mobil. Sie kommt ohne Fundamente aus, läst sich schnell vor Ort in Betrieb nehmen und eignet sich auch für die Integration in Hybridstationen mit Dieselgeneratoren und Batterien. Ebenfalls denkbar ist der temporäre Betrieb, etwa bei humanitären Einsätzen oder bei Events wie Festivals.“

Erste Tests auf der Karibikinsel Aruba bewiesen die Funktionsfähigkeit des Konzeptes und überzeugten auch weitere Investoren, die Anfang 2023 für eine neue Finanzierungsrunde bei Kitepower einstiegen. Johannes Peschel: „Wir bereiten aktuell eine erste Kleinserie von Falcon-Anlagen vor. Dafür wird die Anlage Ende 2023 einem Dauertest in Irland unterzogen – in Kooperation mit einem irischen Energieversorgungsunternehmen.“

Zu den Vorbereitungen der Serienproduktion gehört auch die Ermittlung des „Carbon Footprint“ einer Kite-Windanlage. Johannes Peschel: „In einigen Ländern, darunter den Niederlanden, muss der Hersteller einer Energieerzeugungsanlage in einem Benchmark mit anderen Lösungen nachweisen, dass sein Konzept den günstigsten CO2-Fußabdruck aufweist. Dass wir diese Anforderung im Vergleich mit einer konventionellen Windenergieanlage und mit einer Photovoltaikanlage oder Dieselgeneratoren locker erfüllen, steht außer Frage. Aber wir müssen es noch spezifizieren. “

Um diese Aufgabe erfüllen zu können, hat Kitepower eine Lizenz für die Software der Ecospeed AG zur Ermittlung des Product Carbon Footprint (PCF) erworben: „Uns hat die Software überzeugt, weil sie einfach zu bedienen ist und alle unsere Anforderungen abbildet – auch im Hinblick auf internationale Märkte. Wir werden den PCF sowohl einer reinen Kite-Anlage als auch einer Anlage mit Batteriepuffer ermitteln und die Software außerdem nutzen, um die Anlagen weiter im Hinblick auf den CO2-Fußabdruck zu optimieren.“ Als weiteren Vorteil der Software sehen die Kitepower-Gründer die Vernetzungsfähigkeit: So können zum Beispiel Datensätze in Dokumentationen übernommen und mit Planern, Betreibern und Zertifizierungsgesellschaften geteilt werden.

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Gerald Scheffels M.A.
Fachjournalist
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Quelle: ots